Was ist der Straftatbestand sexueller Übergriff?
Eine offene Wunde der Gesellschaft sind Sexualstraftaten nach Art. 102 ff. des türkischen Strafgesetzbuchs — oft gegen Frauen. Entgegen der Volksmeinung können diese als „Vergewaltigung“ bekannten Taten auch gegen Männer begangen werden. Die Strafe unterscheidet nicht nach dem Geschlecht des Opfers.
Art. 102/1: Wer durch sexuelles Verhalten die körperliche Unversehrtheit eines anderen verletzt, wird auf Antrag mit fünf bis zehn Jahren Freiheitsstrafe bestraft; bleibt es bei Belästigung (sarkıntılık), zwei bis fünf Jahre. Eindringen mit Organ oder Gegenstand ist für den Grundtatbestand nicht nötig. Berührung der Hüfte auf der Straße oder ein Kussversuch ohne Einwilligung können genügen.
Erforderlich ist sexuell geprägter Kontakt, nicht zwingend Geschlechtsverkehr. In Ankara werden Akten nach Art des Verhaltens und Antragsvoraussetzungen bewertet.
Kann der Ehemann wegen Vergewaltigung der Ehefrau bestraft werden?
Erreicht das Verhalten die als Vergewaltigung bekannte Stufe, erhöht das Gesetz die Strafe; Art. 102/2 ist eine qualifizierte Form mit Untergrenze von zwölf Jahren.
Bemerkenswert: Art. 102/2 kann auch gegen den Ehegatten begangen werden. Ermittlung und Anklage setzen jedoch einen Antrag voraus. Ziel ist der Schutz der körperlichen und sexuellen Unversehrtheit auch gegenüber dem Ehegatten.
In der Praxis stützen sich Anzeigen oft auf erzwungenen und analen Verkehr; ein rascher Arztbericht ist dann für den Beweis wichtig.
In Ankara sind Antragsfristen, Beweise und die Schnittstelle zum Familienrecht entscheidend. Karınca Avukatlık in Çankaya berät in straf- und familienrechtlichen Schnittstellenakten.
- Art. 102 gegen Frauen und Männer
- Belästigungsniveau kann ausreichen
- Qualifizierte Form: Untergrenze 12 Jahre
- Gegen Ehegatten: Antrag erforderlich
- Früher Arztbericht für den Beweis
